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Weisheitszähne ziehen lassen: Alles was man wissen muss

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Weisheitszähne ziehen lassen: Alles was man wissen muss und noch mehr

Früher oder später müssen sich die meisten mit diesem Thema auseinandersetzen, die Rede ist von Weisheitszähnen. Wenn die Weisheitszähne sich bemerkbar machen, suchen heutzutage viele im Internet nach Informationen und Ratschlägen und müssen sich dabei auf viele verschiedene Quellen verlassen, die das Thema nie so ausführlich behandeln wie man es sich wünscht. Damit Sie also alle Informationen rund um das Thema Weisheitszähne, auf einen Blick haben, beleuchten wir es heute von allen Perspektiven.

 

Was sind Weisheitszähne?

 

Weisheitszähne sind eigentlich nichts anderes als ein Überbleibsel der Evolution. Während der Mensch in früheren Zeiten noch einen größeren Kiefer hatte, wurde er zunehmend kleiner, weshalb oftmals kein Platz mehr für die Weisheitszähne bleibt und sie gezogen werden müssen. In der Regel hat aber jeder Mensch vier von diesen Zähnen, die meist erst im höheren Alter sichtbar werden – deshalb auch der Name – und dann bei einigen für Komplikationen sorgen. Einige haben jedoch keine Platzprobleme im Kiefer und bleiben daher von einer Operation verschont, während wieder andere gar nicht alle vier oder gar keine Weisheitszähne besitzen. Eine Übersichts-Röntgenaufnahme ist daher der einfachste und sicherste Weg um festzustellen, ob ein Eingriff notwendig ist oder nicht.

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Wann kommen Weisheitszähne?

 

Wie schon erwähnt brechen Weisheitszähne meist weitaus später als die normalen Zähne durch und erhielten so ihren Namen. Für gewöhnlich sind die Milchzähne nach dem 12. Lebensjahr vollständig durch die bleibenden Zähne ersetzt worden, wohingegen Weisheitszähne sich teilweise erst ab dem 14. Lebensjahr entwickeln und mit 18-25 die Mundhöhle durchbrechen. Bei einigen Menschen setzt dieser Durchbruch aber erst viel später ein oder bleibt vollständig aus.

 

Wann müssen Weisheitszähne gezogen werden?

 

Platzmangel

 

So wie es für eine vierköpfige Familie in einer 3-Zimmer-Wohnung irgendwann einfach zu eng wird, ist für die Weisheitszähne manchmal auch einfach kein Platz mehr im Kiefer. Hinzu kommt, dass eine Schieflage der Zähne sich auch auf das restliche Gebiss auswirken kann, indem sie Druck ausüben, welcher zu unangenehmen Schmerzen und Entzündungen führen kann. Spätestens dann realisieren die meisten, dass die Weisheitszähne auf dem Vormarsch sind und suchen ihren Arzt auf. Dies sollte auch dringend passieren, da sonst bleibende Schäden auftreten könnten.

teilretinierter weisheitszahn

Entzündungsgefahr

Problematisch wird es auch dann, wenn die Zähne die Mundhöhle nicht vollständig durchbrechen, da sich oftmals sogenannte Schleim-Kapuzen über ihnen bilden können. Unter diesem Schleimhaut-Überzug können sich Speisereste sammeln, welche eine schmerzhafte Infektion hervorrufen können oder auf Dauer zur Bildung von Karies führen. 

Sobald dies der Fall ist, muss der Zahn auf jeden Fall gezogen werden. Ist noch keiner dieser beiden Fälle eingetreten, reicht ein Schnitt in die Schleim-Kapuze, welcher den eben beschriebenen Szenarien vorbeugt. 

Karies

Nicht nur beim Durchbruch selbst können Probleme entstehen, sondern auch dann wenn die Weisheitszähne zunächst unproblematisch im Kiefer ihren Platz finden. Da sie so weit hinten im Kiefer sitzen, sind sie aber oft schwer zu erreichen und zu reinigen, weshalb das Kariesrisiko deutlich steigt. Es kann letztendlich so weit kommen, dass die Weisheitszähne von Karies befallen sind und trotzdem gezogen werden müssen.

Was passiert wenn die Weisheitszähne nicht gezogen werden?

Vorab lässt sich sagen, dass es in keinem Fall empfehlenswert ist den Durchbruch der Weisheitszähne oder die mit ihm verbundenen Probleme zu ignorieren. Wie schon beschrieben kann es dazu kommen, dass sie erheblichen Druck auf den restlichen Zahnbestand ausüben und zu Fehlstellungen oder Verschiebungen von diesem führen. Das bedeutet, dass Ihre eigentlich gesunden Zähne in Mitleidenschaft gezogen werden.

Bei einigen Menschen entwickeln sich die Weisheitszähne nur im Ober- oder Unterkiefer. Dies hat zur Folge, dass ihnen das natürliche Gegenstück fehlt und sie unter Umständen über die Kauebene hinauswachsen. Im schlimmsten Fall erreichen sie den gegenüberliegenden Kiefer und können vor allem beim Kauen zu Schäden am Zahnfleisch und an den Backenzähnen führen. 

Tun Sie also sich und Ihren Zähnen den Gefallen und ignorieren Sie nicht die Zeichen, wenn sie sich bemerkbar machen.

Vor der OP

Vor der Operation gibt es eigentlich wenig zu beachten. Lediglich ein guter Vorrat an Eisbeuteln oder anderen Kühlmitteln sollte vorhanden sein, da die Wangen nach dem Eingriff mindestens 36 Stunden lang (auch in der Nacht!) gekühlt werden müssen. In Ihrem eigenen Sinne sollten Sie auch die Schule oder die Arbeitsstelle über Ihren Gesundheitszustand informieren, sodass diese entsprechend Rücksicht auf Sie nehmen können. 

Beachten Sie außerdem, dass Sie in den ersten 24 Stunden nach der Operation nicht fahrtüchtig sind und diese deshalb in Begleitung eines anderen verbringen sollten. Körperliche Arbeit sollte in 3-7 Tagen nach der OP vermieden werden, genauso wie Flugreisen in den ersten 2 Wochen. Leistungssportler dürfen außerdem 6 Wochen lang nicht an Wettkämpfen teilnehmen.

Wer zieht Weisheitszähne?

Solang der Zahn gerade wächst und keine gebrochenen Wurzeln oder andere Komplikationen birgt, kann er bedenkenlos von einem erfahrenen Zahnarzt gezogen werden. Empfehlenswert ist es jedoch, dass man darauf achtet einen Zahnarzt auszuwählen, welcher eine oralchirurgische Spezialisierung aufweisen kann. 

Scheuen Sie auch nicht davor zurück zu fragen wie häufig Ihr Arzt eine solche Behandlung bereits durchgeführt hat und treffen Sie dann Ihre Entscheidung. Bei komplizierten Eingriffen, die nach einer Operation verlangen, empfiehlt es sich nämlich einen Oral- oder Kieferchirurgen aufzusuchen, da diese auf solche Fälle spezialisiert sind.

Weisheitszähne ziehen – Wie läuft das ab?

Die Einfachheit oder Komplexität des Eingriffs wird maßgeblich davon bestimmt, ob die Zähne noch im Kiefer verborgen liegen oder schon herausgewachsen sind. Je nachdem kann der Eingriff kurz und einfach sein oder lang und intensiv. Allen Eingriffen geht jedoch eine detaillierte und umfassende Untersuchung mit Hilfe von Röntgenaufnahmen voraus, da eine gute Vorplanung bereits den meisten Problemen vorbeugend entgegenwirken kann.

Variante 1: Kurz und schmerzlos

Sobald der Zahn schon durchgebrochen und damit sichtbar ist, kann er in der Regel ohne große Probleme gezogen werden. Der behandelnde Arzt bzw. Oralchirurg setzt dafür eine örtliche Betäubung und kann den gesamten Eingriff dann in wenigen Minuten durchführen. Sie bekommen dank der Betäubung nichts davon mit.

Variante 2: Operativer Eingriff mit örtlicher Betäubung oder Vollnarkose

Sobald der Zahn noch verborgen im Kiefer liegt oder Gefahr läuft schräg heraus zu wachsen und damit die restlichen Zähne zu beeinträchtigen, wird ein operativer Eingriff nötig. Dieser geschieht natürlich auch wieder mit Hilfe einer örtlichen Betäubung, sodass Sie während der Operation keine Schmerzen verspüren. 

Die Vollnarkose wird nur selten vom Arzt empfohlen und für gewöhnlich auch nur dann in Betracht gezogen, wenn ein ungewöhnlich großer Aufwand hinter dem Eingriff steckt, der länger und komplizierter als sonst wäre. Doch auch Angstpatienten greifen häufig auf die Vollnarkose zurück, wenn die Angst vor Schmerzen oder Unannehmlichkeiten während einer örtlichen Betäubung überwiegen.

Diese Art des Eingriffs unterscheidet sich von Variante 1 aber wie folgt:

  1. Der Zahnarzt oder Chirurg setzt die örtliche Betäubung bzw. die Vollnarkose wird eingeleitet
  2. Durch einen Schnitt wird das Zahnfleisch geöffnet und vom Knochen gelöst
  3. Sobald der Zahn frei liegt wird er in einem Stück gezogen oder zerteilt und in mehreren Stücken entnommen
  4. Nachdem alle Zähne entfernt wurden, werden die Wunden vernäht
  5. Etwa 1 Woche nach dem Eingriff werden die Fäden gezogen

 

Wichtig ist, dass Sie sich mit Ihrem Zahnarzt darüber beraten in wie vielen Sitzungen Sie sich diesem Eingriff unterziehen möchten. Es besteht nämlich die Möglichkeit alle Zähne auf einmal ziehen zu lassen oder dies in zwei oder mehreren Sitzungen durchzuführen. Entscheidend ist dabei, ob Sie sich in der Lage fühlen mehrere Operationen durchzustehen oder lieber alles auf einmal hinter sich bringen möchten.

Wie lang dauert die OP?

Für gewöhnlich dauert der gesamte Eingriff etwa 20-60 Minuten. Je nachdem, ob Sie alle Zähne auf einmal gezogen haben möchten oder den Eingriff in mehreren Sitzungen vollführen wollen, kann er also an einem Nachmittag oder über mehrere Wochen hinweg abgeschlossen werden.

Schwellungen nach der OP

Die typischen Hamsterbacken sind leider nur selten zu vermeiden, da die Wangen in den ersten 36 Stunden nach der Operation immer weiter anschwellen und erst danach abschwellen. Das ist aber von Patient zu Patient unterschiedlich. 

Während die einen kaum bis gar keine Schwellungen zu beklagen haben, leiden andere bis zu einer Woche unter ihnen. Bei einer Umfrage zu diesem Thema gaben 20% der Befragten an, dass sie keine Schwellungen erfahren haben und 74% dass sie Schwellungen hatten.

Eine Maßnahme, welche vor der Operation schon getroffen werden kann, ist eine Lasertherapie. Bei einer Lasertherapie wird der OP Bereich vor und nach dem Eingriff mit Hilfe eines Lasers sterilisiert, was die Wundheilung beschleunigt und die Gefahr einer Infektion minimiert. 

Des Weiteren beschleunigt sie den Heilungsprozess und reduziert die Menge der benötigten Schmerzmittel.

Um die Schwellungen weitestgehend zu vermeiden oder zumindest im Zaum zu halten, haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt, die Sie zu Hause beachten sollten:

  1. Kühlen Sie Ihre Wangen vor allem in den ersten 36 Stunden nach der OP (mehr dazu s.u.)
  2. Vermeiden Sie körperliche Arbeit oder Anstrengung und versuchen Sie so wenig wie möglich zu sprechen
  3. Schlafen Sie auf dem Rücken und vermeiden Sie es auf der Seite zu schlafen
  4. Konsumieren Sie Speisen und Getränke möglichst kalt oder lauwarm
  5. Essen Sie reichlich und vor allem kohlenhydratreich (am besten püriert)
  6. Nehmen Sie Ihre Medikamente wie verordnet ein
kühlen nach der operation

Kühlen nach der Operation


Ganz wichtig nach dieser Operation ist das Kühlen! Die Kühlung der Wangen reduziert die Durchblutung der Wunden und verhindert somit, dass diese anschwellen oder erneut anfangen zu bluten. Die ersten 36 Stunden nach der OP sind dabei entscheidend, da die Wunden hier stetig anschwellen und erst danach beginnen abzuschwellen.

 

Kühlen Sie deshalb bei Tag und Nacht ihre Wangen und lassen Sie sich nicht aus Bequemlichkeit dazu verführen in der Nacht darauf zu verzichten. Viele greifen dabei vor allem auf Kühlpads oder Eisbeutel zurück und kühlen Ihre Wangen in einem 20 Minuten-Rhythmus. Das bedeutet 20 Minuten lang kühlen mit einer anschließenden 20 minütigen Pause.

 

Je besser Sie Ihre Wangen kühlen, desto angenehmer und schmerzloser verläuft der restliche Heilungsprozess und das ist doch letztlich Ihr Ziel.

 

Schmerzen nach der OP

Ganz schmerzfrei geht es leider nur bei den wenigsten. Der Großteil der Menschen beklagt nämlich in den ersten 3 Tagen die meisten Schmerzen und dieser Wert bildet auch ungefähr den Durchschnitt.

 

In einigen unglücklichen Fällen leiden manche Menschen jedoch bis zu einer Woche unter den Schmerzen der Operation. Schwellungen und Blutungen sind oftmals der Grund für diese Schmerzen, weshalb es gilt diese zu vermeiden. Dies gelingt am besten mit den oben genannten Tipps und mit dem ständigen Kühlen der Wangen.

schmerzen nach weisheitszähne ziehen

Was kostet dieser Eingriff?

Sobald der Zahnarzt es für medizinisch notwendig empfindet die Weisheitszähne zu ziehen, trägt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für diese Operation zu 100%. Sollte der Patient allerdings eine Vollnarkose wünschen, welche vom behandelnden Arzt als nicht zwingend nötig eingestuft wurde, trägt der Patient die Kosten für diese meist selbst. Die Mehrkosten belaufen sich dabei auf etwa 100-200€. Hält der Zahnarzt sie jedoch für nötig, werden die Kosten von der Krankenkasse getragen.

Es empfiehlt sich in diesem Fall also dennoch die Versicherung zu kontaktieren und genau zu erfragen welche Leistungen übernommen werden und welche nicht.

Angst vor der OP

Die meisten Ängste wie die vor Schmerzen oder Schwellungen sind kein Grund sich vor dem Eingriff zu fürchten, da dieser dank der Betäubung in der Regel komplett schmerzlos verläuft. Erst der Heilungsprozess bringt diese unangenehmen Nebeneffekte mit sich, welche aber mit den richtigen Tricks (s.o.) minimal gehalten werden können.

Um Ihre letzten Sorgen und Zweifel aus dem Weg zu räumen empfiehlt sich ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Zahnarzt. Unwissenheit bzw. Unklarheit sind nämlich häufig genau so große Quellen der Furcht wie Schmerzen. Klären Sie deshalb die Dinge, die Sie nicht verstehen und die Ihnen Angst bereiten und fragen Sie lieber zu viel als zu wenig.

Hier noch ein paar Tipps:

tipps zum überwinden von zahnarztangst

Angst vor einer örtlichen Betäubung

Fürchten Sie sich nicht vor der Spritze, denn sie ist in diesem Fall Ihre Freundin. Die Betäubung zielt ja nicht darauf ab Ihnen Unannehmlichkeiten zu bereiten, sondern in erster Linie dazu, dass Sie eine schmerzfreie Operation haben können. Zudem sind Sie während der gesamten Behandlung bei vollem Bewusstsein und zu jeder Sekunde ansprechbar, sodass Sie sofort die Hand heben können wenn Sie sich unwohl fühlen.

Angst vor einer Vollnarkose

Die Furcht vor einer Vollnarkose ist mit der Unterstützung eines erfahrenen Anästhesisten unbegründet und mit dem aktuellen Stand der modernen Medizin auch kaum mehr relevant. Die Vollnarkose fühlt sich an wie ein tiefer Schlaf und sorgt dafür, dass Sie nichts vom Eingriff mitbekommen bis er abgeschlossen ist.

Beachten Sie jedoch, dass Sie nach dem Erwachen aus der Vollnarkose mindestens noch 2-3 Stunden ruhen müssen, um sich vollständig zu erholen.

Häufig gestellte Fragen zur Weisheitszahn OP

Wie lang darf ich nach der OP nicht rauchen?

Wir empfehlen das Rauchen für mindestens zwei Wochen nach der OP zu vermeiden. Für einige mag sich das nach einer Ewigkeit anhören, doch liegt es in Ihrem eigenen Interesse so lang wie möglich auf Zigaretten zu verzichten.

Wie lang darf ich nach der Operation keinen Sport machen?

Auch hier empfehlen wir mindestens zwei Wochen mit dem Sport zu pausieren, da der erhöhte Blutdruck beim Sport zu Nachblutungen führen kann. Auch Sauna und Solarium sollten erst nach abgeschlossenem Heilungsprozess aufgesucht werden.